Grotesk.

3. December 2009

Was hat das bitte noch mit einem politischen Diskurs zu tun? Das ist nicht nur meilenweit davon entfernt, das ist nichtmal das selbe verdammte Universum!

Allgemeinchirurgie – Tag II.

2. September 2009

Heute habe ich festgestellt, dass es nur zwei Arten gibt wie Blutabnahmen bei mir ausgehen. Entweder die Patienten loben mich in den höchsten Tönen und erzählen allen Schwestern und Zimmernachbarn, wie angenehm das ganze gewesen wäre… Oder sie wünschten mir die Pest an den Hals und lassen mich nie wieder auch nur in ihre Nähe kommen, sobald ich ne Nadel in der Hand halte.

Ist das jetzt gut, oder schlecht?

Freiwillige vor!

9. July 2009

Eigentlich sagt man ja immer: Meldet euch bloß nicht freiwillig, das macht euch nur Ärger! Und tatsächlich: Je nach Situation mag das mehr, oder weniger stark zutreffend sein.

Im Rahmen eines Medizinstudiums erlebt ein typischer Student viele Seminare, Übungen oder Praktika, in denen man irgendwelche praktischenfähigkeiten erwerben, oder trainieren soll. Dazu gehört der allseits beliebte “Fummelkurs”, der neben der allgemeinen Belustigung auch dazu dient, die körperliche Untersuchung eines Patienten zu üben. Aber es gibt noch mehr! In vielen Praktika werden Versuche durchgeführt, die so auch tatsächlich mit Patienten gemacht werden, sodass man die einmalige Gelegenheit erhält sich selbst und seinen Körper kostenlos “durchchecken” zu lassen. Das ersetzt natürlich keinen Arztbesuch, aber gibt zumindest Anhaltspunkte. Bisher war ich auch immer gerne dazu bereit mich für Versuche, oder Tests aller Art zur Verfügung zu stellen. Bisher.

Gestern nachmittag hatten wir im Rahmen des Unfallchirurgie Seminars den Termin “Gipskurs”. Insgesamt eine sehr lustige und vor allem auch lehrreiche Stunde, in deren Verlauf wir verschiedenste Arme und Beine mit mehr oder weniger kunstvollen Gipsen versorgt haben. Zum Abschluss suchte der Dozent einen Freiwilligen für die Demonstration eines Sprunggelenk-Gipses. Weil niemand anders wollte, erklärte ich mich bereit das Demonstrationsobjekt zu sein.

Er gipste mir also den Fuß ein, erklärte dazu einiges, alles gar nicht schlimm. Das böse Erwachen kam dann allerdings beim abmachen. Der Dozent stellte überrascht fest, das er den falschen Gips genommen hatte. Er wollte mir eigentlich nur einen relativ weichen Gips anlegen, den man einfach nur mit einer Schere hätte entfernen können. So allerdings musste die oszilierende Gipssäge ans Werk. Eigentlich kein Problem, denn die schneidet ja bekanntermaßen nicht ins Fleisch. Wie gesagt: Eigentlich.

Es ziepte etwas, tat irgendwie auch weh, aber war auszuhalten. Nachdem der Gips endlich ab war, sah die Haut ziemlich ramponiert aus. Sie war ziemlich rot und sah aus, als hätte ich einige fiese Schürfwunden gesammelt. Der Dozent entschuldigte sich bei mir und ich dachte mir nichts weiter. Etwas später – ich war schon wieder Zuhause – wurden die Schmerzen deutlich stärkter und die Wunden wurden mir suspekt, denn: Sie finden an langsam auseinander zu klaffen. Insbesondere eine Stelle hatte sich auf 5 bis 7mm aufgeweitet. Und ich konnte auf irgendein gelbes Gewebe darunter schauen. Das war mir sehr suspekt, sollte das etwa schon das subkutane Fettgewebe sein?! Als angehender Arzt, und damit nebenberuflicher Hypochonder, machte ich mir so meine Gedanken und beschloss: Damit gehst du besser mal zum Arzt, damit der sich das anschaut.

Meine Freundin war so freundlich mich in die Notaufnahme des Uniklinikums zu begleiten, was mir ehrlich gesagt sehr recht war. Ganz alleine dahin? Ne, das hätte ich nicht gewollt! Wir versuchten zunächst, direkt einen Arzt zu finden, denn das hätte uns die Aufnahmeprozedur und das ewige Warten erspart. Doch eine böse Oberschwester stoppte uns und schickte uns zurück zur Anmeldung. Schließlich muss alles seine Ordnung haben. Nachdem wir uns angemeldet hatten vergingen nur etwa vier Stunden, bis ich endlich aufgerufen wurde.

Lustigerweise hatte genau der Dozent aus dem Gipskurs Bereitschaftsdienst und schaute nicht schlecht als er mich sah. Er schaute sich die Wunde an und stellte fest das man das wohl nicht nähen müsste – inzwischen wäre es dafür allerdings eh zu spät gewesen. Er schmierte mir großzügig Bepanthen auf die Wunden, klebte zwei Pflaster drauf und das wars. Großartig, oder?

Verband am Fuß

Mal schauen, ob ich mich nochmal freiwillig melden werde…

Eine neue Art der Kundenbetreuung IV.

9. July 2009

Juhu! Es hat den Anschein, als hätte sich das Problem der Taschenkontrollen im REWE in Marburg inzwischen gelöst. Zumindest, wenn man einen Blick auf diese Kommentare hier wirft.

Leider komme ich heute und wohl auch morgen nicht dazu, das ganze durch einen Einkauf zu evaluieren, aber trotzdem bin ich sehr zuversichtlich. Manchmal scheint es ja tatsächlich zu helfen, wenn man ein Problem hat und sich damit an die verantwortlichen Stellen wendet.

Trotzdem hoffe ich nach wie vor, das ich diesbezüglich noch eine E-Mail vom Marktleiter des REWEs in Marburg und bzw. oder vom Verantwortlichen aus dem REWE Kundenservice erhalte.

Update: Der Marktleiter des REWEs in Marburg hat mir inzwischen geantwortet, allerdings bestand die E-Mail lediglich aus der Aussage, es würden nun keine Taschenkontrollen mehr durchgeführt. Auf den Inhalt meiner vorherigen E-Mail wurde leider nicht eingegangen.

Eine neue Form der Kundenbetreuung III.

8. July 2009

Gestern erhielt ich endlich eine E-Mail von REWE, zu meiner Überraschung sogar direkt von der Leitung “meines” Marktes, dem Herrn Linker.

In der E-Mail bedauerte man mir gegenüber, dass  ich durch die Taschenkontrollen bei meinem Einkauf verärgert wurde. Es wurde mehrfach betonte, dass keinesfalls alle Kunden unter einen Generalverdacht gestellt werden würden und machte deutlich, dass es sich um eine rein freiwillige Angelegenheit handeln würde. Außerdem wurden die Taschenkontrollen als eine Reaktion erklärt, die auf einen starken Anstieg der Ladendiebstähle in der letzten Zeit zurückzuführen wäre. Zur geplanten Dauer der Taschenkontrollen wurden keine genauen Angaben gemacht, weshalb man davon ausgehen kann, dass dies wohl eine längerfristige Aktion sein soll.

Alles in allem war das also keine richtig befriedigende Antwort. Daher entschloss ich mich dazu, folgende E-Mail als Reaktion an die Marktleitung des REWEs zu schreiben:

Sehr geehrter Herr Linker,

vielen Dank für Ihre E-Mail bzgl. der freiwilligen Taschenüberprüfung in Ihrem REWE-Markt am Erlenring in Marburg. Es freut mich sehr zu hören, dass Ihnen das Erleben des Einkaufes Ihrer Kunden nicht egal ist und dass Sie daher bedauern, dass ich durch die Taschenkontrollen verärgert wurde.

Natürlich habe ich vollstes Verständnis dafür, dass Sie als Ladeninhaber durch Diebstähle umfangreiche Verluste erleiden und daher ein starkes Interesse an der Minimierung von Diebstählen haben. Trotzdem sehe ich derartige Taschenkontrollen – auch wenn sie auf freiwilliger Basis geschehen – sehr kritisch.

Sie schreiben, dass es keinen Generalverdacht gegenüber Ihren Kunden geben würde. Aber warum, sollen dann alle Kunden freiwillig – durch zulassen einer Taschenkontrolle durch die Kassierer – ihre Unschuld beweisen? Und genau das tue ich als Kunde doch, wenn ich den Inhalt meiner Tasche – und damit meine Privatsphäre – preisgebe. Damit ist die Unschuldsvermutung aufgehoben. Darüber hinaus entsteht ein sozialer Druck gegenüber den Kunden, die ihre Taschen nicht für Kontrollen zur Verfügung stellen wollen. Es handelt es sich um eine unvermittelte Kontrolle, ähnlich einer Führerscheinkontrolle durch die Polizei. In solchen Situationen fühlen sich viele Menschen automatisch irgendwie “schuldig” und haben ein großes Interesse daran ihre Unschuld zu belegen. Insbesondere dann, wenn die Aufforderung zu dieser Kontrolle mit einem gewissen Nachdruck geschieht. Häufig wird man mehrfach dazu aufgerufen seine Tasche zu öffnen. Die Art und Weise wie dies geschieht, lässt häufig Zweifel daran, dass es sich um eine freiwillige Aktion handelt. Natürlich ist mir kein Fall bekannt, in dem das Verweigern der Taschenkontrolle irgendwelche Folgen gehabt hat. Aber insgesamt zeigt sich dadurch, dass man nur bedingt von freiwilligen Taschenkontrollen sprechen kann.

Außerdem ist die Idee der freiwilligen Taschenkontrolle als Methode zur Vermeidung von Diebstählen sehr zweifelhaft: Denn jemand, der tatsächlich etwas gestohlen haben sollte, wird einer Taschenkontrolle nicht zustimmen. Er wird daher völlig unbehelligt mit seinem Diebesgut den Laden verlassen können.

Im Endeffekt haben solche Taschenkontrollen also nur einen Effekt auf die ehrlichen Kunden, mit dem bitteren Beigeschmack, dass sich viele Kunden bei Ihnen sehr unwohl fühlen. Dass dies auch auf die Taschenkontrollen in Ihrem Markt zutrifft, habe ich aus vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten erfahren.

Ich bin gerne Kunde im REWE Markt am Erlenring und war bislang sehr zufrieden. Insbesondere weil ich bisher immer den Eindruck hatte, dass man auf die Zufriedenheit der Kunden großen Wert legt. Daher bitte ich Sie: Stellen Sie die Taschenkontrollen wieder ein. Sonst sehe ich für mich persönlich nur die Konsequenz, in Zukunft woanders einzukaufen. Und damit bin ich nicht alleine.

Mit freundlichen Grüßen,
Jens Christoph Steltner

Ich bin schon sehr gespannt auf die Antwort.