Scheint die Sonne auch für Partys?
Wir sitzen im Schatten des architektonischen Meisterwerks Marburgs, liebevoll auch “Affenfelsen” genannt. Genauer gesagt, sitzen wir auf mehrere gemütliche Wolldecken verteilt im Gras der wunderschönen Lahnwiesen. Ein gutes Duzend nette Leute, die sich um einen klapprigen Grill versammelt haben, voller spannung darauf brennend etwas Essbares von ihm zu erhalten. Es gibt Würstchen, Schnitzelchen, Spieße, Kräuterbutterbaguettes, gefüllte Tomaten und Zuchinis – und noch vieles mehr!
Es ist sehr gesellig, schließlich isst man und spühlt nebenbei die trockenen Kehlen mit alkoholischen und nicht ganz so alkoholischen Getränken. Selbst die Schwäne und Enten aus der Lahn wollen mit dabei sein und versuchen sich langsam durch das kurze Gras anzuschleichen. Gelächter und erfreute Gesichter überall, es ist eine gelungene Party. Fast wie sie im Buche steht.
Zumindest fast.
Schon den ganzen Tag über hatte ich die Befürchtung, dass mir ein Gewitter dazwischen käme. Ich war zumindest skeptisch, aber eigentlich immer noch optimistisch. Knapp eine Stunde bevor es losgehen sollte verdunkelte sich der Himmel zusehends, es wurde kühler und relativ windig. Das Niederschlagsradar verhiess auch nichts gutes, sodass ich mich dazu entschied das Grillen abzusagen und auf den Alternativplan umzusteigen.
Noch während ich dabei war, die geplanten Gäste anzurufen und über die Planänderung zu informieren brach der Wolkenbruch los. Es war nicht einfach nur ein Gewitter, sondern ein ausgestreckter Mittelfinger von Petrus. Danke Man! Keiner der Gäste hat es trocken bis zur alternativen Örtlichkeit ins Felix geschafft. Die meisten waren mehr oder weniger aufgeweicht, sodass es nette quitschende Geräusche bei jedem Schritt gab. Nass, frierend, aber trotzdem ausgelassen haben wir dann halt im Felix gefeiert.
Und du Petrus, kannst mich jetzt echt mal gern haben!