Erstes Mal: Famulieren
Famulieren kennt ihr nich, macht nix: Erklär ich euch!
Also das Wort Famulus ist lateinisch und bedeutet im eigentlichen Sinne “das Haus bewohnend“. Im weiteren Sinne versteht man darunter “Gehilfe“, oder “Diener“. Treffenderweise kann man auch einen Medizin- oder Pharmaziestudenten als Famulus bezeichnen, der grade ein durch die Approbationsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolviert. Denn in diesem Fall schwankt hier die Funktion irgendwo zwischen “Gehilfe” und “Diener”.
An dieser Stelle eine kleine Anmerkung meinerseits: Mediziner habens in der Regel nicht so mit dem Lehrbuchlatein, deswegen hat sich im klinischen Alltag die Bezeichnung “Famulant” etabliert. Nur falls sich jemand wundern sollte…
Aber was macht so ein Famulant eigentlich den ganzen Tag? Nun, ein altes Sprichwort des Medizinstudiums sagt:
“Bestenfalls steht der Famulant im Weg rum, schlimmstenfalls stört er.“
In gewisser Weise ist da was dran, denn als Famulant hat man in der Regel wenig bis mäßig Ahnung wie man sich im klinischen Alltag auf Station, im Op oder im Pausenraum verhalten soll. Man kommt – noch feucht hinter den Ohren als Famulant – aus einer bunt illustrierten und mit viel ausführlichem Text ausgeschmückten Lehrbuchwelt, um dann gewisse Konflikte mit der Realität zu erleiden. Denn das Wissen im Kopf hat im klinischen Alltag zwar auch eine wichtige Rolle, aber im Endeffekt sind (erstmal) viel mehr praktische Fähigkeiten gefragt wie z.B. Blut abnehmen, Patienten untersuchen, etc. Außerdem mangelt es natürlich auch an der Fähigkeit sich erstmal auf wesentliche Aspekte seiner Aufgaben zu konzentrieren um effektiver arbeiten zu können.
Aber grade solche Fähigkeiten lernt man jedoch nicht aus Büchern, sondern nur durch möglichst viel Praxis. Und leider sind Krankenhäuser typischerweise schlechte Ort um praktisch zu lernen. In der Regel nicht, weil die anderen Mitarbeiter unfähig oder unwillig wären, sondern einfach weil Stress und Zeitdruck zu groß sind. Der Alltag in einem Krankenhaus hat einfach ein gewisses Tempo, das einen schnell mal im wahrsten Sinne des Wortes überfahren kann. Wie viel man dann tatsächlich während so einer Famulatur lernen kann, das hängt wohl in erster Linie von der Arbeitsumgebung, dem Team und vom eigenen Interesse bzw. Einsatz ab… Ach ja: Und vom Glück natürlich.
Woher ich das weiß? Nun, eigentlich weiss ich noch gar nichts. Denn meine erste Famulatur beginnt Morgen früh. Insofern handelt es sich bloß um Mutmaßungen, wilde Spekulationen und naive Gedankengänge, aber nur falls jemand ein Problem mit meinen Ausführungen haben sollte. Das ich zumindest fast ein Jahr lang in einem Krankenhaus arbeitend verbracht habe verschweige ich an dieser Stelle.
Ich werde versuchen einige meiner Erfahrungen hier ins Blog stellen, mal schauen wie gut das klappt. Also auf gehts!