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	<title>nplhse.com &#187; Lehrbuch</title>
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		<title>Erstes Mal: Famulieren</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 19:53:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Erstes Mal]]></category>
		<category><![CDATA[Famulatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Famulieren kennt ihr nich, macht nix: Erkl&#228;r ich euch!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Famulieren kennt ihr nich, macht nix: Erkl&#228;r ich euch!</p>
<p>Also das Wort Famulus ist lateinisch und bedeutet im eigentlichen Sinne &#8220;<em>das Haus bewohnend</em>&#8220;. Im weiteren Sinne versteht man darunter &#8220;<em>Gehilfe</em>&#8220;, oder &#8220;<em>Diener</em>&#8220;. Treffenderweise kann man auch einen Medizin- oder Pharmaziestudenten als Famulus bezeichnen, der grade ein durch die Approbationsordnung vorgeschriebenes Praktikum absolviert. Denn in diesem Fall schwankt hier die Funktion irgendwo zwischen &#8220;Gehilfe&#8221; und &#8220;Diener&#8221;.</p>
<p>An dieser Stelle eine kleine Anmerkung meinerseits: Mediziner habens in der Regel nicht so mit dem Lehrbuchlatein, deswegen hat sich im klinischen Alltag die Bezeichnung &#8220;Famulant&#8221; etabliert. Nur falls sich jemand wundern sollte&#8230;</p>
<p>Aber was macht so ein Famulant eigentlich den ganzen Tag? Nun, ein altes Sprichwort des Medizinstudiums sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Bestenfalls steht der Famulant im Weg rum, schlimmstenfalls st&#246;rt er.</em>&#8220;</p></blockquote>
<p>In gewisser Weise ist da was dran, denn als Famulant hat man in der Regel wenig bis m&#228;&#223;ig Ahnung wie man sich im klinischen Alltag auf Station, im Op oder im Pausenraum verhalten soll. Man kommt &#8211; noch feucht hinter den Ohren als Famulant &#8211; aus einer bunt illustrierten und mit viel ausf&#252;hrlichem Text ausgeschm&#252;ckten Lehrbuchwelt, um dann gewisse Konflikte mit der Realit&#228;t zu erleiden. Denn das Wissen im Kopf hat im klinischen Alltag zwar auch eine wichtige Rolle, aber im Endeffekt sind (erstmal) viel mehr praktische F&#228;higkeiten gefragt wie z.B. Blut abnehmen, Patienten untersuchen, etc. Au&#223;erdem mangelt es nat&#252;rlich auch an der F&#228;higkeit sich erstmal auf wesentliche Aspekte seiner Aufgaben zu konzentrieren um effektiver arbeiten zu k&#246;nnen.</p>
<p>Aber grade solche F&#228;higkeiten lernt man jedoch nicht aus B&#252;chern, sondern nur durch m&#246;glichst viel Praxis. Und leider sind Krankenh&#228;user typischerweise schlechte Ort um praktisch zu lernen. In der Regel nicht, weil die anderen Mitarbeiter unf&#228;hig oder unwillig w&#228;ren, sondern einfach weil Stress und Zeitdruck zu gro&#223; sind. Der Alltag in einem Krankenhaus hat einfach ein gewisses Tempo, das einen schnell mal im wahrsten Sinne des Wortes &#252;berfahren kann. Wie viel man dann tats&#228;chlich w&#228;hrend so einer Famulatur lernen kann, das h&#228;ngt wohl in erster Linie von der Arbeitsumgebung, dem Team und vom eigenen Interesse bzw. Einsatz ab&#8230; Ach ja: Und vom Gl&#252;ck nat&#252;rlich.</p>
<p>Woher ich das wei&#223;? Nun, eigentlich weiss ich noch gar nichts. Denn meine erste Famulatur beginnt Morgen fr&#252;h. Insofern handelt es sich blo&#223; um Mutma&#223;ungen, wilde Spekulationen und naive Gedankeng&#228;nge, aber nur falls jemand ein Problem mit meinen Ausf&#252;hrungen haben sollte. <span style="text-decoration: line-through;">Das ich zumindest fast ein Jahr lang in einem Krankenhaus arbeitend verbracht habe verschweige ich an dieser Stelle.</span></p>
<p>Ich werde versuchen einige meiner Erfahrungen hier ins Blog stellen, mal schauen wie gut das klappt. Also auf gehts!</p>
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		<title>Die Evolution hat sich in die Karten schauen lassen.</title>
		<link>http://www.nplhse.com/2008/06/05/die-evolution-hat-sich-in-die-karten-schauen-lassen/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 19:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[In den 80er Jahren sa&#223; ein Biologe namens Richard Lenski an der Michigan State University in seinem B&#252;ro und dachte nach. Er fragte sich, wie man wohl der Evolution bei ihrer allt&#228;glichen Arbeit &#252;ber die Schulter schauen k&#246;nnte. Irgendwann kam ihm dann eine gro&#223;artige Idee, mit mehr als verbl&#252;ffenden Resultaten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den 80er Jahren sa&#223; ein Biologe namens Richard Lenski an der Michigan State University in seinem B&#252;ro und dachte nach. Er fragte sich, wie man wohl der Evolution bei ihrer allt&#228;glichen Arbeit &#252;ber die Schulter schauen k&#246;nnte.</p>
<p>Das Problem der meisten Arten auf diesem Planet ist jedoch, dass es die zeitlichen Abst&#228;nde zwischen zwei Generationen relativ gro&#223; sind. Beim Menschen k&#246;nnte man daf&#252;r zum Beispiel ungef&#228;hr 30 Jahre ansetzen. Nat&#252;rlich w&#252;rde man nach einigen tausend Jahren intensiver Beobachtung auch an Menschen gewisse genetische Ver&#228;nderungen feststellen k&#246;nnen. Allerdings hatte Lenski weder die Lust auf ein solches Experiment – er h&#228;tte schlie&#223;lich nichts von den Ergebnissen – noch war diese Idee zielf&#252;hrend. Denn da evolution&#228;re Prozesse auf zielloser Mutation und Selektion beruhen ben&#246;tigt eine evolution&#228;re Ver&#228;nderung nicht nur tausende, sondern hunderttausende bis Millionen von Jahren. Je nach Umfang des evolution&#228;ren Projekts.</p>
<p class="MsoNormal">Eines Tages kam ihm die gro&#223;artige Idee, einfach das Haustierchen der Mikrobiologen zu nutzen: Escherichia coli. Es ist einer der am besten untersuchten Organismen, was die Forschung enorm erleichtert. Und weil es ein Bakterium ist, kann es sich viel schneller vermehren als die meisten anderen Lebensformen. Etwa alle 20 Minuten kann sich jedes einzelne E. coli unter optimalen Bedingungen Teilen, so k&#246;nnte Lenski innerhalb von Tagen mehrere Generationen erhalten und anschlie&#223;end untersuchen. Au&#223;erdem ern&#228;hrt sich E. coli haupts&#228;chlich von Zucker, was seine Haltung vergleichsweise kosteng&#252;nstig gestaltet.</p>
<p class="MsoNormal">Im Jahre 1988 schlie&#223;lich begann er sein Experiment. Ausgehend von einem einzelnen E. coli wurden insgesamt zw&#246;lf Kolonien gegr&#252;ndet und anschlie&#223;end voneinander getrennt in zw&#246;lf einzelnen Flaschen untergebracht. In die Flaschen wurde zun&#228;chst etwas Glukose geben und diese anschlie&#223;end in einen Bakteriensch&#252;ttler gestellt. Um das evolution&#228;re Wechselspiel aus Mutation und Selektion zu f&#246;rdern, war die<span>  </span>Menge an Glukose so bemessen, dass sie bereits gegen Nachmittag aufgebraucht war. Die Forscher &#252;berlie&#223;en E. coli bis zum n&#228;chsten Morgen ihrem Schicksal. Dann entnahmen sie aus jeder Flasche eine kleine Probe, gaben diese in eine neue Flasche mit neuer Glukose und stellten diese wieder in den Bakteriensch&#252;ttler. Das taten sie jeden Morgen und genau genommen tun sie das immer noch.</p>
<p class="MsoNormal">Um die Unterschiede zwischen den Generationen nachvollziehen zu k&#246;nnen w&#228;hlte Lenski eine einfach geniale Methode. Er hat einige der urspr&#252;nglichen Bakterien, sowie weitere alle 500 Generationen aus ihrer Kolonie entrissen und kaltgestellt. So konnte er jederzeit die neusten Varianten seiner E. colis mit den urspr&#252;nglichen Bakterien vergleichen. Ausgehend von den g&#228;ngigen Theorien &#252;ber Evolution w&#252;rden in einzelnen Bakterien Mutationen auftreten. Wahrscheinlich w&#252;rden die meisten Mutationen die betroffenen Bakterien t&#246;ten, oder sie zumindest langsamer wachsen lassen. Einige wenige der Mutationen w&#252;rden den jeweiligen Bakterien zu einem Selektionsvorteil verhelfen, durch den sie schneller als ihre Kollegen wachsen w&#252;rden. Daher w&#252;rden sie die Kolonie relativ schnell dominieren, zumindest solange bis ein Bakterium, mit einer anderen Mutation, einen besseren Selektionsvorteil vorweisen k&#246;nnte.</p>
<p class="MsoNormal">Tats&#228;chlich konnte Lenski in seinem Experiment beobachten, dass die Bakterien anfingen schneller zu wachsen. Einzelne Kolonien konnten sogar um bis zu 75% schneller als ihre urspr&#252;nglichen Vorfahren wachsen, allerdings nur wenn sie – wie im Experiment &#8211; auf eine Glukose Di&#228;t gesetzt waren. In &#228;hnlichen N&#228;hrmedien mit anderen Zuckern, unterlagen sie in Bezug auf das Wachstum deutlich ihren Vorfahren. Genau wie es sein sollte.</p>
<p class="MsoNormal">Dann passierte etwas. Nachdem insgesamt schon 33.127 Generationen durch Lenskis Bakteriensch&#252;ttler zu gr&#246;&#223;tm&#246;glichem Wachstum angehalten wurden, beobachtete der Forscher etwas eigentlich &#196;rgerliches. Der Inhalt einzelner seiner Flaschen tr&#252;bten sich. Das passiert in der Regel nur dann, wenn sich in den Flaschen Bakterien aufhalten, die das enthaltene Citrat auffuttern. Viele Bakterien k&#246;nnen das, E. coli allerdings nicht. Ihnen fehlt leider die F&#228;higkeit das Citrat durch ihre Zellmembran zu transportieren, sodass es keinen Eingang in ihren Stoffwechsel finden kann. Diese Eigenschaft ist so charakteristisch f&#252;r E. coli, dass es als eines der definierenden Kriterien dieser Art festgelegt wurde.</p>
<p class="MsoNormal">Also kamen die Forscher zu dem Schluss, das die entsprechenden Flaschen durch irgendwelche fremden Bakterien kontaminiert waren. Daher wurden die jeweiligen Flaschen verworfen und die letzte unkontaminierte Generation aus der Eiszeit geholt und wieder in der Flasche angesiedelt. So hatte man zwar ein paar Generationen verloren, konnte das Experiment aber trotzdem weiterf&#252;hren.</p>
<p class="MsoNormal">Nun folgt das erstaunliche: Es geschah immer wieder. Also bem&#252;hte man sich sorgf&#228;ltiger um die Versuchsbedingungen. Doch fr&#252;her oder sp&#228;ter geschah es wieder und wieder. Den Forschern fiel einfach keine M&#246;glichkeit ein, wie die Kolonien h&#228;tten kontaminiert werden k&#246;nnen. Das Problem: E. coli kann bekannterma&#223;en kein Citrat umsetzen, wie also konnte sich die Flasche tr&#252;ben?</p>
<p class="MsoNormal">Nach langen Diskussionen entschied sich Lenski zu einem radikalen Schritt: Man entnahm eine kleine Probe aus einer der kontaminierten Flasche und gab sie in eine neue Flasche. Dies enthielt jedoch anstatt von Glukose oder anderen N&#228;hrmedien nur Citrat. Hier k&#246;nnten praktisch gesehen nur die f&#252;r das Problem verantwortlichen Bakterien &#252;berleben, also w&#228;re es ein leichtes den &#220;belt&#228;ter zu identifizieren. Alles oder nichts. Es kam wie erhofft, in der speziellen Probe konnte man Bakterien beim Wachstum beobachten. Das Erstaunen war gigantisch, als man feststellte um welches Bakterium es sich in dieser Probe handelte: Niemand geringeres als E. coli. Doch war das nicht unm&#246;glich?</p>
<p class="MsoNormal">Kein einziges E. coli der Welt kann von sich aus Citrat umsetzen, einzig und alleine die in Lenskis Kolonien lebenden Bakterien konnten dies. Er und seine Helfer f&#252;hrten zahlreiche weitere Versuche durch und konnte ausschlie&#223;en, dass die E. colis des Experiments die F&#228;higkeit zur Verstoffwechselung von Citrat durch Plasmide von anderen Bakterien erhalten hatten. Es war also etwas absolut Unerwartetes passiert, durch zuf&#228;llige Mutation und Selektion hatte sich das Genom von E. coli so sehr ver&#228;ndert, dass es pl&#246;tzlich die F&#228;higkeit entwickelt hatte Citrat umzusetzen. Au&#223;erdem konnten die Forscher durch Sequenzanalysen nachweisen, dass die sich die Mutationen der verschiedenen Kolonien voneinander unterschieden. Sie hatten keinen gemeinsamen genetischen Ursprung, sondern sich unabh&#228;ngig voneinander entwickelt.</p>
<p class="MsoNormal">Aus dem Versuch – der &#252;brigens immer noch l&#228;uft – lassen sich nun unter anderem folgende Erkenntnisse ziehen: Durch zuf&#228;llige Mutation und Selektion k&#246;nnen im Rahmen der Evolution unter nahezu identischen Bedingungen, praktisch gleiche evolution&#228;re Prozesse ablaufen. Hier in dem Beispiel entwickelte sich gleich mehrfach – und unabh&#228;ngig voneinander – die F&#228;higkeit zur Verstoffwechselung von Citrat.</p>
<p class="MsoNormal">Das w&#252;rde bedeuten, dass die Evolution ein Prozess ist der in gewissem Rahmen reproduzierbar ist – Lenski und sein Team forschen bereits daran und versuchen diese Entwicklung wieder und wieder zu reproduzieren. Tats&#228;chlich gelingt ihnen dies sogar, nat&#252;rlich immer mit gewissen Einschr&#228;nkungen. Aber offenbar scheint es vom Prinzip her zu funktionieren.</p>
<p class="MsoNormal">Und eine weitere – f&#252;r die Bakterien eher bedeutende – Frage wirft sich auf: Wenn also E. coli laut allgemeiner Meinung kein Citrat umsetzen kann, hat Lenski dann in seinem Experiment eine neue Art erzeugt? Insbesondere &#252;ber diese Frage wird zur Zeit in entsprechenden Kreisen heftig gestritten, was insbesondere dadurch erleichtert wird, dass sich das traditionelle Konzept der Arten auf Bakterien nur sehr unzureichend anwenden l&#228;sst.</p>
<p class="MsoNormal">Via <a href="http://www.spreeblick.com/2008/06/05/forscher-haben-der-evolution-bei-der-arbeit-zugesehen/">Spreeblick</a>. Und von <a href="http://scienceblogs.com/loom/2008/06/02/a_new_step_in_evolution.php">The Loom</a>.</p>
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