Anästhesie – Tag XVIV

26. March 2009

Unglaublich, wie kaltblütig manche Leute sein können.

Heute am frühen Vormittag meldete sich bei uns ein lokales Krankenhaus, dessen Schwerpunkt in der Geriatrie liegt. Sie hätten einen beatmeteten Patienten auf ihrer Intensivstation mit irgendwelchen Nekrosen an den Zehen, weswegen vorsichtshalber mal der ganze Fuß amputiert werden sollte. Sowas ist natürlich immer eine schwierige Angelegtenheit, denn die Versuchung ist groß auf diese weise Patienten an andere Krankenhäuser – in diesem Fall uns – abzuschieben.

Also stellten unsere Chiurgen klar, dass eine Übernahme des Patienten nur unter wohl definierten Umständen stattfinden kann. Der Patient sollte nur temporär für die Dauer der Operation bei uns aufgenommen werden und auf keinen Fall ein Bett auf der Intensivstation erhalten. Außerdem verlangten sie von dem anderen Krankenhaus, sich um die diversen Formalien u.a. die Richterliche zustimmung zu kümmern, weil es keinen Vormund für den Patienten gab. Doch die Ärzte im anderen Krankenhaus zeigten sich nur wenig kooperativ und gingen die Sache relativ halbherzig an – so die Aussage unserer Chirurgen. Diese hatten verständlicherweise wenig bis gar keine Lust darauf sich irgendwie ausnutzen zu lassen, geschweige denn im Zweifelsfall den Kopf hinhalten zu müssen. Der Chefarzt persönlich wandte sich an das andere Krankenhaus und stellte recht unmissverständlich klar unter welchen Bedingungen das ganze zu laufen hat. Nach diesem Telefonat war funkstille und das andere Krankenhaus meldete sich nicht mehr.

Umviertel vor Vier vermeldete die Notaufnahme, dass ein beatmeter Patient mit  relativ schlechter Kreislaufsituation zur notfallmäßigen Zehenamputation – also ohne Einwilligung etc pp – zu uns unterwegs wäre…

Arschlöcher.

Anästhesie – Tag XVIII

25. March 2009

Verdammt…

Da wird ein Patient ursprünglich auf eine Spinalanästhesie aufgeklärt, wegen einer Metallentfernung am Unterschenkel. Weil aber niemand von uns einen Blick auf den Aufklärungsbogen geworfen hat – und man grade so schön im Trott drin war – wurde daraus schnell mal eine Larynxmaske, die dann wegen gewisser Schwierigkeiten zu einer ITN wurde. Deswegen:

Verlass dich bei wichtigen Dingen nicht einfach auf andere, sondern nur auf deine sieben Sinne.

Anästhesie – Tag XVII

24. March 2009

(Text fehlt.)

Anästhesie – Tag XVI

23. March 2009

Und Wunder gibt es doch.

Anästhesie – Tag XV

20. March 2009

O-Ton eines Oberarztes der Allgemeinchirurgie:

Chriurg sein, ist der so ziemlich der beste Job den es gibt. Man muss aber wissen, auf was man sich einlässt. Geregelte Arbeitszeiten und Pausen gibts da nicht, wer sowas sucht sollte ins Büro gehen. [...] Außerdem leidet das Privatleben ziemlich, daher gibt es auch so hohe Quoten von Scheidungen, Alkohol- und Drogenabhängigen unter den Ärzten. Du musst dich also fragen, ob du wirklich bereit bist dafür.

Und noch einer:

In jungen Jahren glaubt man ja, das man sein Privatleben eben für den Job zurückstecken muss. Und zu viele merken dann erst viel zu spät, wie wichtig ihnen das Privatleben gewesen wäre. Lass mich dir eins sagen: Es dankt dir keiner, also versuchs erst gar nicht!”

Abgelegt unter: Mal drüber nachdenken.